Schweiz
Gesellschaft & Politik

10-Millionen-Initiative der SVP: Umfrage deutet knappes Rennen an

Bei der 10-Millionen-Initiative bahnt sich ein knappes Rennen an

17.03.2026, 07:5917.03.2026, 07:59

Am Montag hat der Bundesrat seine Argumente gegen die «Keine 10-Millionen-Schweiz»-Initiative präsentiert. Die Abstimmung findet am 14. Juni statt – und dürfte Stand jetzt ziemlich spannend werden. Gemäss einer neuen Umfrage von Tamedia mit dem Institut Leewas sind derzeit 45 Prozent der Befragten für die Initiative, 47 Prozent sind dagegen. 8 Prozent sind noch unentschlossen.

Die Schachteln mit den gesammelten Unterschriften, fotografiert vor der Bundeskanzlei, anlaesslich der Einreichung der Unterschriften fuer die eidgenoessische Volksinitiative "Keine 10-Millionen- ...
Die Schachteln mit den gesammelten Unterschriften für die 10-Millionen-Initiative.Bild: KEYSTONE

Gleichzeitig zeigt sich auch bei der «Keine 10-Millionen-Schweiz»-Initiative ein Trend, der bei vielen Initiativen vorkommt: Die Zustimmung nimmt im Laufe der Zeit eher ab. Bei einer ersten Tamedia-Umfrage hatten sich noch 48 Prozent dafür ausgesprochen – also 3 Prozent mehr. Der Anteil der Gegner vergrösserte sich derweil von 41 auf 47 Prozent.

Wie die Umfrage weiter zeigt, dürften vor allem Wählerinnen und Wähler von FDP und Mitte das Zünglein an der Waage sein. Denn in diesen Parteien ist die Wählerschaft gespalten. Vor allem bei der FDP ist die Lage speziell: Obwohl die Partei die Nein-Kampagne gegen die Initiative anführt, sind gemäss der Umfrage nur 46 Prozent dagegen, während 42 Prozent die Initiative unterstützen.

Die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz», auch «Nachhaltigkeitsinitiative» genannt, kommt aus der Feder der SVP. Für sie ist die Zuwanderung heute zu hoch. Sie führe zu Wohnungsnot, höheren Mieten, Zubetonierung der Landschaft, Stau und überfüllten Zügen, steigender Kriminalität, einem Gesundheitswesen am Anschlag und sinkender Bildungsqualität. Der Bundesrat warnt, die Vorlage gefährde den Wohlstand, die Sicherheit und die humanitäre Tradition der Schweiz. (dab)

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Die beliebtesten Kommentare
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PetNat
17.03.2026 09:07registriert März 2014
Eine harte Obergrenze (10 Millionen) in der Verfassung zu verankern wäre eine absolute Dummheit und würde der Schweizer Wirtschaft nachhaltig schaden.

Ich hoffe, dass die Stimmbürger*innen zur Vernunft kommen bis zum Abstimmungstermin.

Die gefährlichste Initiative der SVP seit langer Zeit (und sehr ironisch, dass sich die SVP immer als wirtschaftsfreundlich und liberal betitelt).
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urs.meier13
17.03.2026 08:30registriert Juni 2016
Es ist ja eigentlich "seltsam", um es diplomatisch auszudrücken, dass genau jene, die die Expats für ihre Firmen reinholen am lautesten gegen Ausländer ausrufen. Denn die Firmeninhaber und Chefs sind weit überdurchschnittlich Wähler und Sponsoren von FDP und immer mehr auch SVP.
Wenn zudem eher nachhaltig ausgerichtete Menschen Road Pricing oder/und deutlich höhere Autobahngebühren vorschlagen - was zu einer Abnahme der Fahrten und Staus durch Ausländer führen würde - lehnen dies FDP und SVP am klarsten ab.
Fazit: die Initiative ist keine Lösung, es gibt bessere!
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mrmikech
17.03.2026 09:30registriert Juni 2016
Was ich jetzt aber endlich von der SVP hören möchte, ist, was sie konkret tun will, um die 10 Millionen nicht zu erreichen – das sollte eigentlich das Ziel sein. Initiativen einzureichen ist das eine, aber daran zu arbeiten, tatsächlich etwas zustande zu bringen, das andere. So, wie sich die SVP jetzt verhält, wirkt es, als ob sie es kaum erwarten könnte, die 10-Millionen-Grenze zu erreichen. Geht es ihr also wirklich darum, die Zuwanderung zu begrenzen – oder führt diese Initiative der SVP am Ende sogar dazu, die Zuwanderung noch zu beschleunigen? 🤔
2011
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